Justus Strelow gewinnt den 3. M4Energy City Biathlon in Dresden

Lokalmatador und Tereza Vobornikova siegen im Heinz-Steyer-Stadion

Gut 4.000 Zuschauer erlebten am 23. August 2026 bei der dritte Auflage des M4Energy City Biathlon im Heinz-Steyer-Stadion Biathlon-Weltklasse in Dresden. Ein hochkarätiges Starterfeld mit Olympiasiegern, Weltmeistern und Weltcupgrößen lieferten sich auf dem 2,3 Kilometer langen Rundkurs durch die sächsische Landeshauptstadt packende Duelle und sorgten bis zum letzten Schießen für Spannung. Am Ende durfte Justus Strelow (SG Stahl Schmiedeberg) bei den Männern jubeln, während Tereza Vobornikova aus Tschechien das Rennen der Frauen für sich entschied.

Ausgerechnet Lokalmatador Strelow sorgte für den ersten deutschen Erfolg in Dresden. Der Biathlet aus Dippoldiswalde ging nach einer fehlerfreien letzten Schießeinlage als Führender auf die Schlussrunde. Dann hieß es: noch einmal alles geben. Hinter ihm jagten Éric Perrot und Lukas Hofer, vor ihm wartete die lange Zielgerade im Heinz-Steyer-Stadion. Und von den Rängen kam mächtig Schub: „Justus, Justus“, hallte es durch das Rund. Strelow hielt dagegen und überquerte als Erster die Ziellinie – drei Sekunden vor dem Vorjahressieger Perrot. „Ich habe heute viele Dinge umsetzen können, gerade was das Stehendschießen betrifft. Deswegen war das ein schöner Tag, der sehr viel Selbstvertrauen gibt. Auf der Strecke war es phänomenal. Die Fans sind ganz dicht dran und auch die Strecke war voll. Es macht sehr viel Spaß, hier zu laufen. Ich glaube, ich habe an einem Tag noch nie so oft meinen Namen gehört. Sei es bei den Autogrammstunden oder jetzt auch an der Strecke“, meinte Strelow nach seinem Heimsieg. Für den 29-Jährigen dürfte dieser Erfolg ein besonderer gewesen sein, stand er praktisch vor der eigenen Haustür ganz oben auf dem Podest. Éric Perrot rettete Rang zwei mit gerade einmal einer halben Sekunde Vorsprung vor dem Südtiroler Lukas Hofer. Der verwies Philipp Horn auf den undankbaren vierten Platz, gefolgt von Philipp Nawrath als Fünfter.

Im vorherigen Frauenfeld ließ sich Tereza Vobornikova ließ sich den Sieg nicht nehmen. Nach vier fehlerfreien Schießeinlagen brachte die Tschechin einen Vorsprung von 12,2 Sekunden ins Ziel und durfte im Heinz-Steyer-Stadion als Erste jubeln. Erst wenige Monate zuvor gewann sie bei den Olympischen Winterspielen in Antholz die Bronzemedaille im Massenstart. Nun folgte der Triumph mitten im Dresdner Sommer. Dahinter wurde es richtig eng: Anna Gandler behauptete sich im Kampf um Rang zwei. So ließ die Tirolerin im Finale einige der größten Namen des internationalen Biathlons hinter sich. Zu den Geschlagenen gehörte ausgerechnet Lisa Vittozzi auf Position drei. Janina Hettich-Walz rückte Vittozzi noch einmal gefährlich nahe, am Ende fehlten ihr aber doch 10,8 Sekunden auf Rang drei. Sechs Fehler am Schießstand warfen Vanessa Voigt bis auf Platz neun zurück.

Auch abseits der beiden Hauptrennen hatte die dritte Auflage einiges zu bieten. Bei der Sparkassen Youngster Team Challenge zeigte sich die Weltklasse von morgen. Nach der Austragung 2024 kehrte das internationale Nachwuchsrennen nun zurück. Dass sich hier durchaus die Weltklasse von morgen zeigen kann, beweist die Vergangenheit: Martin Fourcade, Lisa Vittozzi, Tarjei Bø und Dorothea Wierer starteten einst selbst bei dem Wettbewerb. Dieses Mal traten 18 Nachwuchsathleten aus Deutschland und den Nachbarländern im Mixed-Rennen an. Den Sieg sicherte sich das deutsche Duo Melina Gaupp und Lukas Tannheimer. Beide kamen 2025 von der Jugend-WM in Östersund mit Gold nach Hause. Auf Rang zwei folgten mit Lena Siegmund und Hannes Lipfert ebenfalls zwei Hoffnungsträger des Deutschen Skiverbandes. Platz drei ging an Zusanna Sadownik und Jakub Potoniec aus Polen.

Und auch der Para-Biathlon rückte erneut außergewöhnliche sportliche Leistungen in den Mittelpunkt. Den Sieg holten sich die Deutschen Leonie Walter mit ihrem Guide Emil Schmidt sowie Lennart Volkert mit seinem Guide Matteo Lewe. Rang zwei belegten Johanna Recktenwald mit ihrem Guide Emily Weiss und Marco Maier. Das tschechische Doppel Carina Edlingerova mit ihrem Guide Alexandr Patava sowie Karl Tabouret wurden Dritte.

Auch vor dem Sonntag hatte Dresden reichlich Biathlon erlebt. Der Skiverband Sachsen organisierte für 600 Grundschulkinder die Sparkassen Schulsporttagen und sorgte für erste Erfahrungen mit Laserschießen, Skimatte und Inliner-Parcours. Olympiasieger Michael Rösch stand den Kids dabei mit Tipps zur Seite. Am Samstag folgten die 4initia Sachsenmeisterschaften für Sachsens Nachwuchsbiathleten der Jahrgänge 2006 bis 2014 mittels eines Shootout samt anschließendem Sprint mit Strafrunden.
So führte das Programm über vier Tage vom ersten Ausprobieren bis zum internationalen Spitzensport. Für Ralf Niedermeier ist diese Entwicklung zugleich ein Zeichen dafür, dass der M4Energy City Biathlon seinen Platz in Dresden gefunden hat: „Ich glaube, wir hatten so viele Zuschauer an der Strecke wie noch nie. Es ist schön zu sehen, mit welcher Begeisterung die Menschen die Veranstaltung annehmen und welche Atmosphäre hier entsteht. Dresden und Biathlon – das passt einfach“, sagte der Geschäftsführer der ausrichtenden Agentur n plus sport.

Text & Foto: City Biathlon/n plus sport GmbH & SVS
Fotos: City Biathlon/Kevin Voigt

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